„Iceland“ wird zum coolen Vorreiter in Großbritannien

Wer für sich entschieden hat, möglichst oder gänzlich plastikfrei zu leben, kennt diese Gedanken beim Betreten des Supermarktes. Überall wimmelt es von Plastikverpackungen. In Großbritannien macht es die Supermarktkette „Iceland“ vor, wohin der Weg in Zukunft führen kann. Die Kette möchte bis 2023 möglichst viel Plastikverpackungen durch recyclebare Stoffe wie Papier und Zellstoff ersetzen.

Das gab Iceland-Chef Richard Walker in einer Pressemitteilung bekannt. Doch auch dem Einzelhändler sind in gewisser Weise auch die Hände gebunden. Deswegen beschränkt sich das plastikfreie Engagement zunächst einmal auf die Eigenmarken des Unternehmens. Das ruft natürlich auch Kritiker auf den Plan. Die werfen dem Unternehmen Augenwischerei vor, da Markenprodukte weiterhin in normalen Verpackungsmaterialien verkauft würden. Doch die Macht liegt hier beim Verbraucher. Je weniger Kunden zu diesen Produkten greifen, desto höher wird der Druck auf die Hersteller von Markenprodukten, sich Gedanken über umweltschonende Verpackungslösungen zu machen.

Doch, wer die Einzelhandelslandschaft hierzulande genau beobachtet, wird in den Supermärkten bereits auf die Eigenmarken der Handelsriesen gestoßen sein. Von daher wäre der Iceland-Ansatz auch ein großer Schritt für den deutschen Einzelhandel.

„Es gibt keine Entschuldigung mehr für übermäßige Verpackungen, die unnötigen Müll produzieren und unserer Umwelt schaden“, so Walker weiter. In Großbritannien fallen in den Supermärkten rund eine Million Tonnen Plastikmüll jährlich an. Das war scheinbar auch den Verbrauchern auch zu viel. Wie Walker weiter ausführte, hätten sich in einer Umfrage unter 5000 Konsumenten 80 Prozent für einen plastikfreien Supermarkt ausgesprochen.

Bei der Umsetzung zog „Iceland“ Greenpeace zu Rate. Auch plastikfrei unterstützt den Einzelhandel darin, die Abläufe und das Sortiment plastikfreier zu gestalten. Und wie formulierte es Großbritanniens Greenpeace-Chef John Sauven so treffend: „Jetzt ist es an anderen Einzelhändlern, die Herausforderung anzunehmen. Die Flut der Plastikverschmutzung wird nur zurückgehen, wenn sie den Hahn abdrehen.“

Nach eigenen Angaben war Iceland der erste Einzelhändler Großbritanniens, der Palmöl aus allen Produkten seiner Eigenmarken verbannte. Iceland betreibt nicht nur Supermärkte auf der britischen Insel, sondern auch in Spanien, Portugal, auf Malta und der Tschechischen Republik. Die Iceland-Kette gehört zwar zu den kleineren des Landes, ist nach eigenen Angaben aber Marktführer im Segment Tiefkühlkost.

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